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Umwelt

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Umwelt

 

In welchem Zusammenhang steht Umwelt mit Leistung?

 

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) fasst es wunderbar zusammen:

 

„Eine Begabung entwickelt sich nur dann zu außergewöhnlicher Leistung, wenn mehrere Bedingungen in positiver Weise zusammenwirken. Neben der Begabung sind für herausragende Leistungen zum Beispiel Motivation, Übung und förderliche Umweltbedingungen von Bedeutung. Ein Umfeld, das reichlich Anregungen und Lernmöglichkeiten (also Förderung) bietet, ist ausschlaggebend für die Entwicklung von Neugierde, eigenen Interessen, Ausdauer und Liebe zum Lernen. All das sind Voraussetzungen dafür, dass Begabungen in herausragende Leistungen umgesetzt werden  können. Wie wir uns das Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren vorstellen können, mag stark vereinfacht unsere schematische Darstellung in Abbildung 2.3 illustrieren.“

„Das Grundmuster lernfördernder Beziehungen ist die elterliche Zuwendung zu ihren Kindern, die Anteilnahme und Freude an ihrem Lernen. Kinder und Jugendliche brauchen Resonanz, Ermutigung und Unterstützung von ihren Eltern. Schädlich dagegen wirken in der Regel Desinteresse, Überbehütung, überforderndes ehrgeiziges Antreiben und forcierte Karriereplanung.“

 

Abbildung 2.3: Allgemeines Bedingungsgefüge für außergewöhnliche Leistungen

Die besten Praxistipps

 

Das Übestudio

 

Lage

Eine profitable Örtlichkeit ist natürlich eine ruhige Umgebung. Sie sollte jederzeit zugänglich und mit Türen verschließbar sein. Das heißt kein Durchgangszimmer oder hellhörige Wohnung, in der mehrstündiges Musizieren nicht willkommen ist.

 

Wünschenswert sind

 

  • ein großes Haus
  • ein Übestudio in der Nähe des Wohnorts
  • wenn eine Wohnung, dann möglichst gut isoliert mit viel Platz. Von außergewöhnlicher Schalldämmung rate ich allerdings ab, da es das Urteilsvermögen täuscht. Die feine Beziehung zwischen Hören und Spielen wird durch eine gedämmte Akustik gestört und verleitet z.B. zu gedrücktem, verspanntem Klavierspiel.

       Eher eine Wohnung im Erdgeschoss in Erwägung ziehen.

 

Raumgröße

Warum sollte der Raum möglichst groß sein?

 

Zunächst einmal hat schon das Instrument eine gewisse Größe. Um seine Klangmöglichkeiten ausschöpfen zu können, braucht es auch äquivalenten Raum. Ein Studio begünstigt die natürliche Klangentfaltung. Es entwickelt außerdem ein Gefühl von Freiheit und Weite, ähnlich wie auf der Bühne. Das Musizieren in einer Übezelle hingegen engt Körper und Geist ein.

 

Beispiele zur Raumgestaltung

Bei der Gestaltung des Übestudios sollten Sie grundsätzlich auf Übersichtlichkeit achten.


Beispiel 1 :

Dieses Muster zeigt vor allem Gemütlichkeit. Gerade der direkte Blick vom Flügel zur Couch schafft aber auch Ablenkung. Die Einrichtung verrät außerdem, dass es sich womöglich um ein Wohnzimmer handelt. Nicht gerade der ideale Ort, um jederzeit ungestört arbeiten zu können, oder?

 

 

 

Beispiel 2:

Dieses Zimmer scheint ebenso ein belebtes Wohnzimmer zu sein. Dennoch vielversprechend sind Größe und optische Einfachheit. Die Position des Instruments bietet zusätzlich Weitsicht und Ausblick. Sie schaffen damit Freiheit und regen die Fantasie an.

Insgesamt gute Möglichkeiten, sich zu verbessern.

 

 

 

Beispiel 3:

Dieses Beispiel zeigt eine Art Übestudio, das genau so seinen Platz in Ihrer Villa finden könnte. Nun sehen wir auf dem Bild nur einen Teil des Raumes, in dem es hoffentlich auch ein Fenster gibt. Dieser Ausschnitt deutet auf eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre und Anregungen in unmittelbarer Nähe hin, ohne dabei überfüllt zu wirken. Gleichzeitig schwingt auch ein Eindruck von Bühne mit.

 

 

Farbwirkungen

In manchen Musikhochschulen werden gezielt Farben verwendet, um die Studenten zum Üben zu animieren. Zum Farbkonzept der Musikhochschule Hannover gehört beispielsweise magentafarbener Teppichboden und Türen in indigo.

Indigo soll bei schwerem Stress, mangelnder Intuition, der Schwierigkeit "nicht loslassen" zu können, Nervosität wie Schlafstörungen und geistig-seelischen Erschöpfungszuständen helfen.

In der Farbpsychologie sagt man der Farbe magenta nach, sie strahle Ruhe und Gemütlichkeit aus. Sie gebe innere Freiheit und vermittle Sicherheit.

Weiterhin können auch Gemälde und Zitate motivieren und inspirieren.

„Eine falsche Note zu spielen ist unwichtig. Aber ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich.“

 

Ludwig van Beethoven

 

Halten sich Ihre Kinder regelmäßig an verschiedenen Orten auf, sollten sie an jedem der Orte von diesen Empfehlungen profitieren können.

 

 

Das alltägliche Umfeld

 

Schaffen Sie weitere Anregungen und Lernmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld. Bei Geschwistern wäre natürlich günstig, beschäftigten sie sich ebenso intensiv mit einem Instrument. Idealerweise besteht das gleiche Interesse im engsten Freundeskreis Ihrer Kinder.

 

Sie sollten auch regelmäßig eine bestimmte Dauer ihrer Zeit widmen, um Verbindungen zum breiten Thema Musik zu knüpfen. Sie erweitern ihren Bildungshorizont und entdecken hierin eine Ideenquelle. Das könnte lesen sein, Biographien oder generell über Musik und Geschichte. Filme über einen Pianisten/Musiker schauen, Konzertübertragungen über das Internet und Interviews. Außerhalb der eigenen Wände wäre natürlich ein Live-Konzert spannender, Workshops, Musikfestivals und Sommerkurse, Museums- und Galeriebesuche.

 

 

Familie

 

Prof. Dr. Ulrich Mahlert dokumentiert die Tagung „Konzertiert fördern. Kontexte und Strukturen musikalischer Hochbegabungsförderung

 

Mehr erfahren

 

Die Wichtigkeit der Umweltbedingungen hat László Polgár in seinem Experiment veranschaulicht:

Das Polgár Experiment in deutschsprachiger Schrift oder in diesem englischsprachigen Video.

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